Facebook Instagram Linked In

Kontakt

Kontakt

    Texten in der Krise – Teil 1/3: Den richtigen Rahmen finden

    Mittwoch, 17 März 2021
    • Lesedauer: 5 Minuten

    Hilfe, die Krise ist da! Ob Ihr Euch jetzt in einem Interview erklären müsst oder eine Pressemitteilung verfasst – die richtige Wortwahl und der sprachliche Rahmen können darüber entscheiden, wie die Öffentlichkeit Euch und euer Unternehmen wahrnimmt. Hier kommen 5 Tipps für ein positives Framing Eurer Botschaften von unserem Krisenkommunikationsexperten Christian.

     

    Ein Bonus-Tipp vorneweg: Auf eine Krise reagiert man als Unternehmen am besten mit guter Vorbereitung. Wie das genau geht? Das haben wir Euch hier zusammengefasst. 

    Worauf Ihr sprachlich achten solltet, wenn Ihr Texte in der Krise verfasst, dafür gibt’s jetzt unsere 5 Tipps. 

     

    1. Nicht anderen die Schuld in die Schuhe schieben 

    Seid Ihr als Unternehmen in der Krise und müsst öffentlich Stellung beziehen, bleibt bei Euch und sprecht über Eure Perspektive und Beweggründe. Versucht nicht, Eure Entscheidungen alleine anhand von Äußerungen oder Aktionen Anderer zu rechtfertigen. 

    • SO EHER NICHT… „Unsere Kund:innen haben durch ihr Nutzungsverhalten entschieden, dass… “
    • SO GEHT’S… „Unsere Analysen haben gezeigt, dass bestimmte Serviceangebote häufiger erwartet und genutzt werden als andere.“

     

    2. Wünsche ernst nehmen

    Haben Euren Kund:innen oder Zielgruppen positive Erwartungen an Euch gestellt, solltet Ihr diese immer ernst nehmen und entsprechend benennen. Ein feiner Unterschied liegt hier zwischen dem Wort „Bedürfnis“ und „Wunsch“: Wünsche entstehen im Inneren der Person (intrinsisch motiviert), Bedürfnisse sind eher eine Projektion und werden häufig durch äußere Einflüsse bestimmt – außerdem ist das Wort bürokratisch und eine menschlichere Kommunikation ist in der Krise meist besser

    • SO EHER NICHT… „Wir haben uns an die Bedürfnisse unserer Kund:innen angepasst…“
    • SO GEHT’S… „Wir nehmen die Wünsche unserer Kund:innen ernst.“

     

    3. Reaktionen – gut oder schlecht? 

    Sprecht Ihr von Euch selbst, weil Euer Unternehmen auf etwas „reagieren musste“, dann kann die Verwendung des Wortes „reagieren“ sinnvoll sein: Damit drückt Ihr aus, dass Ihr lieber anders gehandelt hättet, aber eine bestimmte Situation diese Handlung / Reaktion von Euch gefordert hat. Sprecht Ihr von Euren Kund:innen oder Eurer Zielgruppe, werdet konkreter in der Sprache und verzichtet auf das „Reagieren“ – das ist in diesem Fall zu passiv. 

    • SO EHER NICHT… „Unsere Kund:innen haben auf XYZ reagiert und…“
    • SO GEHT’S… „Unsere Kund:innen haben unsere neuen Angebote gut angenommen“ 

     

    4. Individuelle Kommunikation statt Massenkommunikation

    Sprecht bei Information über konkrete Veränderungen für einzelne Personen immer von „individueller“ Information. So verdeutlicht Ihr, dass es keine Massenkommunikation geben wird und Eure Zielgruppe fühlt sich persönlich angesprochen. 

    • SO EHER NICHT… „Wir werden unsere Mitarbeiter:innen zeitnah informieren…“
    • SO GEHT’S… „Wir werden unsere Mitarbeiter:innen zeitnah einzeln und persönlich informieren…“

     

    5. Steigerungsformen 

    Formulierungen wie „mehr und mehr“ oder „zunehmend“ implizieren, dass etwas vorher wenig bis gar nicht da war und erst langsam ins Rollen kommt. Sprecht Ihr zum Beispiel von einer Neuerung oder einer Veränderung in Eurem Unternehmen, die Ihr mit einer regelmäßigen Nutzung begründen möchtet, solltet Ihr eher auf diese Formulierungen zurückgreifen:

    • SO EHER NICHT… „XYZ wird zunehmend genutzt… / unsere Zielgruppe nutzt XYZ mehr und mehr…“
    • SO GEHT’S… „Unsere Zielgruppe nutzt XYZ so stark/ intensiv/ häufig wie nie – Tendenz weiter steigend…“

     

    Wenn Euch diese Tipps geholfen haben – freut Euch schon auf die weiteren Teile unserer Reihe „Texten in der Krise“! Dort werden wir Euch die Unterschiede zwischen Krisenkommunikation und Marketingsprache erklären und eine Übersicht mit sprachlichen Stolperfallen zusammenstellen.  

    Falls Ihr noch Fragen oder Anregungen habt oder Unterstützung bei Eurer Krisenkommunikation benötigt: Meldet Euch gerne unter der 02421 - 48 07 10 00 oder schreibt eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


    geschrieben von Christian
    Facebook Instagram Linked In