Corporate Influencer gesucht? Warum die meisten Programme schon vor dem ersten Post scheitern

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Corporate Influencer gesucht? Warum die meisten Programme schon vor dem ersten Post scheitern

Corporate Influencer gehören aktuell zu den spannendsten Themen im B2B-Marketing. Kein Wunder: Während Unternehmensseiten auf LinkedIn immer schwerer organische Reichweite aufbauen, gewinnen persönliche Profile zunehmend an Bedeutung. Zwischen der Idee „Wir brauchen Corporate Influencer!“ und einem Programm, das sinnvoll funktioniert, liegen allerdings oft Welten.

Social Media Expertin Sarah erklärt, warum viele Corporate-Influencer-Programme scheitern, bevor der erste Beitrag überhaupt online geht.

Corporate Influencing klingt auf den ersten Blick erstaunlich einfach: Ein paar motivierte Mitarbeitende posten regelmäßig auf LinkedIn, teilen Einblicke aus ihrem Arbeitsalltag, bauen Reichweite auf und sorgen ganz nebenbei für mehr Sichtbarkeit, starkes Vertrauen und vielleicht sogar den einen oder anderen Lead. Problem gelöst. Oder? Nicht ganz.

Denn die Realität sieht häufig anders aus: Da wird ein Corporate-Influencer-Programm angekündigt. Die ersten Workshops finden statt. Alle sind motiviert. Es werden Gruppen gegründet, Guidelines erstellt und erste Themen gesammelt. Das Ergebnis: Drei Monate später herrscht Funkstille. Einige haben nie einen Beitrag veröffentlicht. Andere nach zwei Posts wieder aufgehört. Und irgendwo fragt sich jemand, warum das Ganze eigentlich nicht funktioniert hat. Die Antwort ist meistens überraschend einfach: Viele Programme scheitern nicht an LinkedIn., sie scheitern an den Erwartungen. Corporate Influencing beschreibt den strategischen Aufbau persönlicher Marken von Mitarbeitenden, um Vertrauen, Sichtbarkeit und Expertise eines Unternehmens authentisch nach außen zu tragen. Genau deshalb geht es nicht nur um einzelne LinkedIn-Beiträge, sondern um den langfristigen Aufbau glaubwürdiger Beziehungen.

Wer Corporate Influencing startet, sollte wissen warum

Wenn wir Unternehmen fragen, warum sie überhaupt ein Corporate-Influencer-Programm aufbauen möchten, hören wir erstaunlich oft dieselben Antworten. „Wir wollen auf LinkedIn sichtbarer werden.“ Oder: „Das machen inzwischen doch alle.“ Beides ist nachvollziehbar .Beides ist aber noch keine Strategie.

Denn bevor das erste Profil aufgebaut oder der erste Workshop geplant wird, sollte eine deutlich wichtigere Frage beantwortet werden: Was soll das Programm eigentlich erreichen? Unser Gehirn hat nämlich keine Lust auf Orientierungslosigkeit. Wenn heute über Innovation gesprochen wird, morgen über Nachhaltigkeit und übermorgen über den Obstkorb im Büro, bleibt am Ende vor allem eins hängen: nichts. Habt also immer ein klares Ziel vor Augen: Möchtet Ihr neue Kunden gewinnen? Als Arbeitgeber sichtbarer werden? Eure Expertise zu bestimmten Themen stärker positionieren? Oder geht es darum, langfristig ein belastbares Netzwerk aufzubauen?

Die Antwort verändert nahezu alles – von der Auswahl der Teilnehmenden bis zur Erfolgsmessung. Ein erfolgreiches Corporate-Influencer-Programm beginnt deshalb nicht mit Content. Es beginnt mit einem klaren Ziel. Genau dort beginnt allerdings häufig die erste Enttäuschung. Nach wenigen Monaten wird auf Reichweite geschaut, obwohl eigentlich neue Bewerbungen das Ziel waren. Oder man wartet auf Leads, obwohl zunächst Vertrauen aufgebaut werden müsste. Das sorgt verständlicherweise für Frust. Und Frust ist selten eine sinnvolle Grundlage für ein langfristiges Corporate-Influencer-Programm.

Mehr Teilnehmende bedeuten nicht automatisch mehr Erfolg

Der nächste Denkfehler beginnt häufig schon bei der Auswahl der Teilnehmenden. Viele Unternehmen möchten möglichst viele Mitarbeitende für das Programm gewinnen. Zehn Profile erzeugen schließlich mehr Reichweite als drei. Klingt logisch. Ist es aber nur auf den ersten Blick. Denn: Corporate Influencing lebt nämlich nicht von der Anzahl der Profile. Es lebt von den Menschen dahinter. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf einen Punkt, der in vielen Programmen zu Beginn unterschätzt wird: das bestehende Netzwerk. Denn auch der beste LinkedIn-Beitrag kann nur begrenzt Wirkung entfalten, wenn ein Profil erst 30 Kontakte hat. Corporate Influencing beginnt deshalb nicht erst mit dem ersten Post. Es beginnt häufig schon einige Wochen vorher – indem Profile sinnvoll optimiert, relevante Kontakte aufgebaut und das eigene Netzwerk Schritt für Schritt erweitert werden. Wer sich diese Zeit nimmt, schafft deutlich bessere Voraussetzungen dafür, dass die ersten Inhalte überhaupt Reichweite erzielen können.

Reichweite entsteht nicht durch die Anzahl der Profile. Sie entsteht durch die Qualität der Beziehungen, die hinter diesen Profilen stehen. Authentizität lässt sich nicht verordnen – unser Gehirn erkennt nämlich sehr schnell, ob Kommunikation echt oder gespielt wirkt. Ein Mitarbeitender, der wirklich Lust hat, Wissen zu teilen, sich ein Netzwerk aufzubauen und regelmäßig sichtbar zu werden, wird langfristig meist mehr bewegen als fünf Personen, die eher aus Pflichtgefühl mitmachen. Corporate Influencing ist schließlich kein Firmenlauf, bei dem möglichst viele Startnummern verteilt werden müssen. Viel spannender ist deshalb eine andere Frage: Wer hat überhaupt Freude daran, sichtbar zu werden? Wer erzählt ohnehin gerne von Projekten, diskutiert über neue Entwicklungen oder teilt Erfahrungen mit anderen?

Genau dort sitzen häufig die stärksten Corporate Influencer. Und nein – das sind nicht immer die lautesten Menschen im Unternehmen.

Erfolgreiches Corporate Influencing auf einen Blick

  • Mit einem klaren Ziel starten
  • Die richtigen Menschen auswählen
  • Netzwerk aufbauen, bevor der erste Beitrag erscheint
  • Vertrauen wachsen lassen statt schnelle Erfolge erwarten 
  • Corporate Influencing beginnt nicht mit Content – sondern mit Menschen.

Authentisch gewünscht, Unternehmenssprache geliefert

Jetzt kommen wir zu einem meiner persönlichen Lieblingsfehler: Viele Unternehmen wünschen sich authentische Corporate Influencer. Menschen mit Persönlichkeit, einer eigenen Meinung und einer Stimme, die sich von der klassischen Unternehmenskommunikation unterscheidet. Und machen anschließend alles dafür, dass genau das nicht passiert. Da werden Textvorlagen verteilt, Formulierungen vereinheitlicht und Beiträge durch mehr Freigabeschleifen geschickt, als man zählen kann. Das Ergebnis? Persönlichkeit geht irgendwo zwischen Version 3.2 und der letzten Korrekturschleife verloren. Und alles klingt wie die gute alte Unternehmensbroschüre von 2004.

Natürlich braucht es Leitplanken. Niemand möchte vertrauliche Informationen auf LinkedIn wiederfinden oder plötzlich in einer Kommunikationskrise landen. Manche Unternehmen schießen dabei allerdings ein kleines bisschen über das Ziel hinaus. Denn wenn jede persönliche Formulierung verschwindet und jede Meinung vorsichtshalber geglättet wird, entsteht am Ende selten Persönlichkeit. Es entsteht einfach nur Unternehmenskommunikation mit Profilbild. Im Neuromarketing nennt man das übrigens implizite Signale: Tonalität, Sprache und Persönlichkeit wirken oft stärker als die eigentliche Botschaft. Genau deshalb funktionieren austauschbare Textbausteine selten. Echte Menschen senden stärkere Signale als perfekte Formulierungen. Wir merken uns also:

Corporate Influencer funktionieren nicht trotz ihrer Persönlichkeit, sie funktionieren genau deshalb. Persönlichkeit lässt sich nicht standardisieren. Genau deshalb schafft sie Vertrauen.

Die größte Hürde ist oft gar nicht der Content

Viele Programme starten mit einem Workshop und enden anschließend mit einem freundlichen: „Dann legt mal los.“ Das Problem dabei: Die wenigsten Menschen scheitern am Schreiben. Sie scheitern an ihren Unsicherheiten.

„Was soll ich überhaupt posten?“

„Interessiert das jemanden?“

„Bin ich überhaupt die richtige Person dafür?“

„Und was passiert, wenn niemand reagiert?“

Wer selbst regelmäßig auf LinkedIn unterwegs ist, kennt diese Gedanken wahrscheinlich nur zu gut. Genau deshalb reicht ein einmaliger Workshop selten aus. Corporate Influencing ist kein Projekt, das man einmal anschiebt und anschließend sich selbst überlässt. Menschen brauchen Feedback. Sie brauchen Orientierung. Und manchmal brauchen sie einfach jemanden, der sagt: „Die Idee ist gut. Veröffentliche sie.“

Klingt unspektakulär. Macht am Ende aber oft den Unterschied zwischen einem aktiven Corporate Influencer und einem LinkedIn-Profil, dessen letzter Beitrag irgendwo im Frühjahr 2024 stehen geblieben ist.

Warum Ungeduld viele Programme ausbremst

Der vielleicht größte Fehler passiert allerdings ganz am Ende: Viele Unternehmen erwarten Ergebnisse einfach viel zu früh. Die ersten Beiträge sind online, die ersten Zahlen werden ausgewertet und schon nach wenigen Wochen stellt sich die Frage, was das Ganze eigentlich gebracht hat.

Die ehrliche Antwort lautet meistens: Noch nicht besonders viel.

Und das ist völlig normal!

Vertrauen entsteht nicht nach drei Beiträgen. Sichtbarkeit baut sich nicht über Nacht auf und auch eine starke Personenmarke entwickelt sich nicht in vier Wochen. Corporate Influencing funktioniert eher wie ein Marathon als wie ein Sprint – auch wenn sich viele Unternehmen insgeheim wünschen würden, es gäbe dafür eine Abkürzung.

Die spannenden Erfolge zeigen sich häufig ohnehin erst später. Plötzlich entstehen neue Kontakte, Mitarbeitende werden zu Veranstaltungen eingeladen oder Bewerber erzählen im Vorstellungsgespräch, dass sie schon länger auf LinkedIn mitlesen. Das sind keine Zufälle. Das ist Vertrauen. Und Vertrauen braucht Zeit.

Unser Fazit: Corporate Influencing ist kein Marketingprojekt

Corporate Influencing wird häufig wie ein weiterer Marketingkanal behandelt. Es werden Ziele definiert, Redaktionspläne erstellt und Kennzahlen festgelegt. Daran ist grundsätzlich nichts falsch. Trotzdem greift diese Sichtweise zu kurz. Denn am Ende geht es nicht in erster Linie um Posts. Es geht um Menschen. Um Vertrauen. Um Beziehungen. Und darum, Mitarbeitenden den Raum zu geben, ihre Expertise sichtbar zu machen. Und wie wir ja bereits im Neuromarketing gelernt haben: Menschen bauen Vertrauen deutlich schneller zu Menschen auf als zu Logos. Persönliche Geschichten, echte Erfahrungen und klare Haltungen schaffen Orientierung – und genau diese Orientierung sorgt dafür, dass Marken im Kopf bleiben. Corporate Influencer funktionieren deshalb nicht nur wegen des LinkedIn-Algorithmus, sondern vor allem wegen der Art, wie unser Gehirn Informationen verarbeitet. Menschen folgen keinen Logos. Sie folgen Menschen, die ihnen Orientierung geben und denen sie vertrauen.

Wer Corporate Influencer lediglich als zusätzliche Reichweitenkanäle betrachtet, wird langfristig wenig Erfolg haben. Wer ihnen dagegen die Möglichkeit gibt, ihre Erfahrungen zu teilen, ihre Persönlichkeit einzubringen und sich ein starkes Netzwerk aufzubauen, gewinnt etwas deutlich Wertvolleres: Glaubwürdigkeit. Und die wird auf LinkedIn von Jahr zu Jahr spannender.

Sooo, das war jetzt ganz schön viel Input. Und wenn ihr bis hier hin durchgehalten und brav gelesen habt, gibt’s eigentlich nur einen Grund dafür: Ihr möchtet ein eigenes Corporate-Influencer-Programm aufbauen. Voll gerne! Lasst uns darüber sprechen.

Gemeinsam entwickeln wir ein Konzept, das zu Eurem Unternehmen passt, wählen die richtigen Teilnehmenden aus und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass aus motivierten Mitarbeitenden starke Corporate Influencer werden – authentisch, sinnvoll und mit einer Sichtbarkeit, die langfristig spürbar wird.

Schreibt einfach eine Mail an sas@neublck.de oder klingelt durch unter +49_2421_48071_08. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Eure Mitarbeitenden nicht einfach mehr posten – sondern zu Persönlichkeiten werden, denen man gerne folgt.

Was ist Corporate Influencing?

Corporate Influencing beschreibt den strategischen Aufbau persönlicher Marken von Mitarbeitenden. Ziel ist es, Expertise sichtbar zu machen, Vertrauen aufzubauen und die Sichtbarkeit eines Unternehmens authentisch zu stärken.

Wie viele Mitarbeitende braucht ein erfolgreiches Corporate-Influencer-Programm?

Nicht die Anzahl entscheidet über den Erfolg. Häufig erzielen wenige engagierte Mitarbeitende mit einer klaren Positionierung deutlich bessere Ergebnisse als viele Profile ohne langfristige Strategie.

Warum ist das persönliche Netzwerk so wichtig?

Ein starkes Netzwerk sorgt dafür, dass Inhalte überhaupt die richtigen Menschen erreichen. Deshalb beginnt erfolgreiches Corporate Influencing oft schon vor dem ersten Beitrag – durch Profiloptimierung und aktiven Netzwerkaufbau. 

Wann zeigen Corporate-Influencer-Programme erste Ergebnisse?

Vertrauen und Sichtbarkeit entstehen nicht innerhalb weniger Wochen. Erste spürbare Erfolge zeigen sich häufig erst nach einigen Monaten kontinuierlicher Aktivität. 

Warum funktionieren persönliche Beiträge besser als Unternehmenskommunikation?

Menschen bauen Vertrauen schneller zu Menschen auf als zu Marken. Authentische Erfahrungen, persönliche Meinungen und echte Einblicke wirken deshalb häufig glaubwürdiger als standardisierte Unternehmensbotschaften. 

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